Abgucken erlaubt!
Schau dich doch mal in deiner Umgebung um: Es gibt sicher viele Dinge, von denen du nicht gedacht hättest, dass sie von Tieren oder Pflanzen abgeguckt wurden. Für Schwimmflossen, die man zum Tauchen verwendet, dienten z. B. die Schwimmhäute von Fröschen als Vorbild. Der Klettverschluss an deinen Schuhen oder Jacken entspricht dem Klettprinzip von Klettenfrüchten, einer Pflanzenart mit vielen winzigen elastischen Häkchen, die sich an Objekten festhängen können. Die Lotusblume hat eine spezielle Oberfläche, an der das Wasser mit samt aller Schmutzpartikel abperlt. Dieser Selbstreinigungseffekt – auch als Lotuseffekt bekannt – wird z. B. für Autolacke oder Fassadenfarben genutzt. Der Flugpionier Otto Lilienthal beobachtete zunächst jahrelang Vögel, bevor er den ersten funktionierenden Flugapparat entwickelte. Saugnäpfe, mit denen man Objekte an glatten Flächen befestigen kann, kennst du sicher auch von den Tentakeln der Kraken. Die Form eines U-Boots orientiert sich an der rundlichen, aber dennoch dynamischen Rumpfform des Pinguins.
Aber das sind nur einige zahlreicher Beispiele, bei denen der Mensch von der Natur gelernt hat.
Bionik: Biologie trifft Technik
Der Begriff Bionik bezeichnet die Verbindung von Biologie und Technik. Dabei beobachten Forscher Phänomene der Natur und versuchen ihre Grundprinzipien zu verstehen, um sie dann in die Technik zu übertragen. Auch den Ingenieuren bei Daimler dient die Natur bei der Konstruktion von Fahrzeugen als Vorbild. Daraus ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, wie Fahrzeuge noch sicherer und effizienter gebaut werden können und um das Autofahren für den Menschen noch einfacher zu gestalten. Durch die entsprechende Optimierung von Fahrzeugen lassen sich außerdem Energie und Treibstoff sparen und so ein wichtiger Beitrag zur Schonung von Klima und Ressourcen leisten.
Ein gutes Beispiel dafür ist das „Bionic“-Car von Daimler. Beim Bau dieses Forschungsfahrzeuges haben sich die Ingenieure an der Form des so genannten Kofferfischs orientiert. Der kantige Meeresbewohner erinnert zwar tatsächlich an einen Koffer, hat aber trotzdem eine günstige Stromlinienform. Das bedeutet, dass der Kofferfisch einen geringen Wasserwiderstand hat, sich also mit geringem Kraftaufwand durch das Wasser bewegen kann. Das gleiche gilt für das „Bionic“-Car, dessen Karosserie dem Fisch nachempfunden ist: Hier ist der Luftwiderstand gering, was sich günstig auf den Kraftstoffverbrauch auswirkt. Zugleich bietet die kantige Form des „Bionic“-Car viel Platz im Innenraum. Das ist praktisch und umweltschonend!
Autofahren leicht gemacht
Neben dem Kofferfisch guckten Ingenieure noch bei einigen anderen Tieren ab, um das Autofahren sicherer zu machen. Das Orientierungsprinzip von Fledermäusen, mit Hilfe von Ultraschallwellen Hindernisse zu erkennen, war z. B. Inspiration für die Entwicklung von ultraschallgesteuerten Einparkhilfen. Eine Analyse der speziellen, rutschfesten Struktur von Froschfüßen half dabei, Reifen herzustellen, die bei Regen, Schnee und Eis deutlich besser am Boden haften als bisher. Nachtsichtgeräte wiederum, die helfen, auch bei Dunkelheit Fußgänger oder Wild früher wahrzunehmen, wurden von Schlangen inspiriert, die ihre Beute durch deren Körperwärme wahrnehmen.
Material- und energiesparendes Bauen
Vielleicht hast du schon einmal gesehen, wie ein Bienenstock von innen aussieht. Bienen bauen ihre Behausung aus vielen kleinen sechseckigen Waben, in denen Platz für Honig und Larven ist. Durch die Form der Waben wird eine hohe Stabilität bei geringstem Materialaufwand gewährleistet. Dieses Prinzip nutzen Ingenieure auch beim Bau von Dächern, Schiffen oder Flugzeugen, die zugleich leicht, stabil und sicher sein sollen. Auch moderne Ziegelsteine besitzen wabenförmige Löcher. Das spart Material, macht den Stein leichter und dient zusätzlich zur Reduzierung von Wärmeverlusten.
Bionik ist ganz schön vielseitig, oder?
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Kommentare
die natur ist super! man kann noch viel viel mehr von ihr lernen!
| Dienstag, 2. November 2010 - 10:58Auf YouTube habe ich ein interessantes Video entdeckt: Bionik-Forscher wollen einen Badeanzug entwickeln, der im Wasser trocken bleibt und dadurch nicht so an der Haut klebt. Als Vorbild dient ihnen mal wieder ein Tier: die Wasserspinne, die taucht, ohne dabei nass zu werden.
| Mittwoch, 3. November 2010 - 9:19













