Kamtschatka
Die letzte Etappe der PANGAEA Expedition im Jahr 2010 führte Mike Horn und sein Team nach Kamtschatka. Die asiatische Halbinsel im Pazifik gehört zu den letzten unberührten Naturparadiesen der Erde. Kein Wunder, in der gesamten Region leben nur rund 380.000 Einwohner – das ist so viel wie alleine in der nordrhein-westfälischen Stadt Bochum – und davon 65% in der Hauptstadt Petropawlowsk. Du kannst dir also vorstellen, dass die unbesiedelten Regionen für Besucher zwar eine einmalige Kulisse darstellen, die unwegsame Natur aber auch gefährlich sein kann. Deswegen ist die Halbinsel, mit Ausnahme der Hauptstadt, touristisch kaum erschlossen und vor allem Anziehungspunkt für Bergsteiger, Extremsportler und Wanderer – ideal für Mike Horn und sein Team, um den Young Explorern die pure Schönheit der Natur zu zeigen.
Kamtschatka bietet malerische Wälder und Moore sowie klare Seen und Flüsse. Die Landschaft wird geprägt von bis zu 4800 m hohen Vulkanen, Thermalquellen und Geysiren – das sind heiße Quellen, die ihr Wasser in regelmäßigen Abständen bis zu 40 m hoch in die Luft ausstoßen und damit ein sehenswertes Naturspektakel bilden. Kamtschatka verfügt mit insgesamt circa 200 dieser Quellen über das zweitgrößte Geysirfeld der Welt. Zusätzlich ist die Tier- und Pflanzenwelt überaus artenreich. Vor allem Braunbären sind auf der Insel beheimatet, da die Fischbestände in den Gewässern der Region eine ideale Nahrungsquelle für sie bieten. Der so genannte Kamtschatka-Bär zählt mit einer Körperlänge von 2,5 m und einem Gewicht von 600 kg zu den größten Bärenarten weltweit.
Die Wunder der Halbinsel
Am 28. November 2010 ist es so weit: Mit dem Flugzeug kommen die 6 Jugendlichen, die sich im Selection Camp für die Kamtschatka-Expedition qualifiziert haben, in der Hauptstadt der Halbinsel an. Dabei sind Hayden Cockburn aus Neuseeland, Raya D’Ath aus Australien, Michaela Korodimou aus Großbritannien, Maricella Uribe aus den USA, Carla McKenzie aus Südafrika und Pavel Kuchinov aus Russland.
Das Motto der PANGAEA-Expedition „Explore – Learn – Act“ wird bereits am ersten Tag in die Tat umgesetzt. In dem 75 km entfernten Ort Mutnovsky besucht das Team eine geothermische Energiestation. Geothermische Energie ist eine alternative Energiequelle, bei der mithilfe der gespeicherten Wärme im Innern der Erde Elektrizität erzeugt wird. Die vielen Vulkane der Halbinsel bieten für Geothermie beste Voraussetzungen. Ein Drittel des gesamten Stromverbrauchs Kamtschatkas wird von der Mutnovsky-Station gedeckt. Geothermie ist also ein wichtiger Aspekt in Bezug auf die nachhaltige Energieversorgung auf der Erde.
Zu dieser Jahreszeit können die Temperaturen in Kamtschatka auf bis zu -35 °C fallen. Zwischen gewaltigen Schneemassen und Schneestürmen, den so genannten Blizzards, können hier aufgrund der heißen Thermalquellen trotzdem Pflanzen und Früchte wachsen. Durch Untersuchungen des Schnees und der Aufnahme meteorologischer Daten erforscht das PANGAEA Team die klimatischen Verhältnisse in der Region. Aber auch der Spaß kommt nicht zu kurz und eine Schneeballschlacht darf nicht fehlen.
Die Kraft der Elemente hautnah erleben
Bis das Kamtschatka-Team sein Hauptlager am Fuße des Mutnovsky-Vulkans aufschlagen kann, müssen sich die Young Explorer allerdings zuerst mit ihren mit Equipment bepackten Schlitten durch eiskalte Windstürme kämpfen. Die Kraft der Elemente lässt die jungen Forscher erkennen, dass sie hier tatsächlich die pure Natur erleben, die aber auch an ihre Grenzen bringt. Gut, dass Mike Horn ihnen alles notwendige über das Überleben unter diesen Verhältnissen beibringen kann – schließlich hat er drei Jahre lang in der Arktis gelebt.
Die Young Explorers erwarten noch zahlreiche Abenteuer, die sie auf ihrer 14-tätigen Exkursion erleben werden – von Hundeschlittenfahrten und dem Baden in den heißen Thermalquellen bis zum Besteigen des 2741 Meter hohen Avacahinsky Vulkan – und sie erleben die Facetten des Landes und seiner Natur hautnah. Der zweitweise Abschied von den Vorzügen und Annehmlichkeiten der Zivilisation ist angesichts dieser Erlebnisse mehr als verschmerzbar.
Tagesordnungspunkt: Nachhaltigkeit
Anliegen der PANGAEA-Expedition ist der nachhaltige Umgang mit unserer Erde, um das zurückzugeben, was die Menschen ihr genommen haben. Deswegen stehen Umweltprojekte in Kamtschatka auf der Tagesordnung. Als eine der wenigen Regionen mit so vielfältiger und unberührter Natur ist vor allem Ökotourismus ein wichtiges Thema, eine Form von nachhaltigem Tourismus, der auf die Belange der Umwelt und einheimischen Bevölkerung Rücksicht nimmt. Daher lernen die Young Explorer auch die Ureinwohner Kamtschatkas kennen und erfahren, wie diese unter den schwierigen Wetterbedingungen leben.
Die Young Explorer planen, eine Website zu erstellen, die die Hundeschlitten-Touren der heimischen Bevölkerung bewirbt, und Geld für eine Organisation zu sammeln, die die Ureinwohner Kamtschatkas unterstützt. Hilfe bei der Umsetzung ihrer Ideen bekommen die Jugendlichen natürlich von Mike Horn.
Zurück in der Zivilisation ist es für die Young Explorer erst einmal ungewohnt, an Geschäften vorbeizulaufen und auf den Straßen so viele Menschen zu sehen. In der verschneiten Wildnis Kamtschatkas ist ihnen bewusst geworden, dass andere Dinge eine viel größere Rolle spielen: die Rettung der Erde für unsere Zukunft, und wie sie als Teil dieser Expedition genau das möglich machen können – indem sie ihre Erfahrungen weitergeben und handeln.
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